Internet-Branche fordert Lösungsorientierung

Die innere Haltung entscheidet wer mitmacht

Jeden Monat kommen 100.000 neue Apps in den App-Store. Als Internet-Unternehmer kannst du so schnell rennen wie du willst, „die Branche wird immer schneller sein als du.“ Verena Delius, 34, ist Internet-Unternehmerin. Sie entwickelt Spiele für kleine Kinder auf dem iPad. In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung vom 27. Januar 2014 gibt sie Einblicke wie die Branche tickt. Was braucht es um erfolgreich zu sein? In dieser jungen Branche gibt es keine Blaupause für den Erfolg. „Man kann in der Internetwelt nie für sich beanspruchen: Ich kann’s jetzt!“ Hier entscheidet die innere Haltung darüber, wer mithält.

Fehlertoleranz ist gefordert

Wo es keine Blaupause für den Erfolg gibt, kann man nicht sehen, „welche Fehler die anderen machen, sondern man muss jeden Fehler selber machen.“ Besiege die eigene Angst, Fehler zu machen. Lasse die Erwartungen los, wie Dinge funktionieren sollten und probiere einfach aus. Das ist lösungsorientiert. Fehler sind Vorstufen zum Erfolg.

Sicherheit ist passé

Im klassischen Bürojob ist um 17 Uhr Feierabend. Und ewig grüßt das Murmeltier. Sicherheit ist zwar nett, aber kein Ziel an sich. Verena Delius findet das langweilig. Sie will sich ausprobieren – auch wenn es nicht klappt. Sie fand schon immer alles, was neu war, spannend. Das ist lösungsorientiert. Veränderung findet eh permanent statt. Warum dann nicht auch daran Spaß haben?

Gestaltungsmöglichkeiten statt Status

Klassischerweise definieren sich Führungskräfte über die Anzahl ihrer Mitarbeiter. Verena Delius Anspruch ist es, „so wenige wir nötig, so flexibel wie möglich.“ Ihr kommt es darauf an, „etwas zu bewegen.“ „Alle wollen die Welt ein Stück weiter verändern.“ Dabei in kleinen Schritten voranzuschreiten ist lösungsorientiert.

Was bedeutet das alles für Führung? Es braucht viel Vertrauen und Austausch. Für Verena Delius ist es egal, wo ihre Mitarbeiter auf der Welt arbeiten. Sie sind über diverse Kommunikationskanäle verbunden, und alle paar Monate treffen sie sich persönlich. „Wenn man einander vertraut und eine gewisse Fehlertoleranz hat, muss es keine Überwachung und kein Stempeln geben.“ Sie sieht es als Chance, wenn es gelingt, unterschiedliche Meinungen einzusammeln und Mitarbeiter an Entscheidungsprozesse zu beteiligen. Das klappt nur, wer als Führungskraft bereit ist, echte Kompromisse einzugehen.

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Comment

  • Lieber Thilo,

    ja, die Sache mit der Führung wird schwieriger. Erstens ist man nicht mehr in der Hoheit zu wissen, wo es lang geht. Das ist schlicht nicht mehr einfach vorhersehbar. Wie will man für etwas Verantwortung übernehmen, das schwer zu verantworten ist? Und was heißt das für die Mitarbeiter? Mitgefangen, mitgehangen? Die guten alten Zeiten scheinen vorbei in denen Mitarbeiter auf die Chefs zeigen und die Chefs auf die Mitarbeiter und jeden anklagen, seinen Job nicht mehr richtig zu tun. Verantwortung geht immer mehr jeden an. Flexibilität ist nötig und nicht mehr Machtgehabe. Wenn man gemeinsam mit anderen Ziele erreichen soll, die man noch nicht einmal mehr klar definieren kann, dann tut man gut daran, alle Beteiligten auf Augenhöhe am Arbeitsprozess zu beteiligen und nicht mehr auszugrenzen. Das was früher „laterale Führung“ hieß als „Spezialdisziplin“ wenn man nicht genügend Leute hat, denen man direkt sagen kann was sie tun sollen ist nun die Haupttugend im Führungsgeschäft.

    Herzliche Grüße,

    Markus

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