In Resonanz mit dem gemeinsamen Rhythmus

Eine gemeinsame Komposition zur Kulturentwicklung

Fortschritt hängt nicht allein von technologischer Innovation ab, sondern auch von der Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. In der Automobilindustrie steht Kulturentwicklung aktuell oben auf der Tagesordnung. Die bekannten Automobilhersteller ob mit Stern, vier Ringen oder der Freude am Fahren sehen ihre möglichen neuen Wettbewerber aus dem Silicon Valley kommen.

Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche fordert von den Führungskräften, dass sie schneller lernen, was funktioniert und was nicht. Das sieht er als Voraussetzung, um den digitalen Wandel zu meistern. Sein Hebel für diese Veränderung ist eine neue Führungskultur. Er hat die Anforderung angenommen, Kulturveränderung zur Zukunftssicherung des Unternehmens einzufordern. Er hat einen partizipativen Prozess gestartet – mit einem Team aus internationalen Kolleginnen und Kollegen aller Hierarchiestufen, die die Zukunft von Daimler so mit prägen werden. Ob Hierarchie-Struktur, Meeting-Kultur oder Leistungsbewertung – alles kommt auf den Prüfstand. Seine einzige Vorgabe ist: Es gibt keine Vorgabe. Im Februar ist Dr. Dieter Zetsche mit einer symbolträchtigen Handlung vorangegangen. Er präsentierte die Geschäftszahlen von Daimler ohne Krawatte. Damit signalisiert er die Nähe zum Silicon Valley. Will er damit auch die Kulturentwicklung im Konzern voranbringen?

Wellen hat er damit schon über Daimler hinaus geschlagen. Im März 2016 folgt die Führungsspitze des Dax-Konzerns Continental und verzichtete bei der Vorlage ihrer Jahreszahlen erstmals auf Krawatten mit der Erklärung: „Wir passen uns den Gegebenheiten der Industrie an“.

Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender von ZF Friedrichshafen lässt bewusst seine Krawatte an und nimmt Bezug auf die leger auftretenden Kollegen der Branche. Er erklärt seinen beibehaltenden Kleidungsstil damit, dass trotz Vernetzung und dem wichtigen Thema Elektromobilität ZF immer noch 90 bis 95 Prozent seines Umsatzes mit konventionellen Produkten macht. Mit seiner bewussten Entscheidung unterstreicht er die Positionierung von ZF Friedrichshafen. Er will zum Ausdruck bringen, dass ZF weiterhin ein produzierendes Unternehmen bleibt.

Als Experten für Kulturentwicklung richten wir mit unserem systemischen Führungsverständnis unseren Fokus auf Kräfte, Kultur und Kontext. Kultur erklären wir (siehe auch Blogbeitrag Kulturentwicklung als Wachstumsmotor) am liebsten mit folgender Metapher: „Kultur ist die Musik, die niemand hört und zu der dennoch alle tanzen.“ Für unsere eigene Kulturentwicklung haben wir unsere Lieblingsumschreibung einmal ganz wörtlich genommen. Wir wollten wissen, wie system worx klingt.

Mit unseren Partnern, festangestellten Beratern und Mitarbeitern entwickelten wir, auf einer emotional-musikalischen Ebene unsere eigene Musik. Jeder konnte mit seinem Beitrag auf das Ergebnis direkt Einfluss nehmen. Wir hatten ein mobiles professionelles Tonstudio Vorort. Mit Mikrofon für Stimm-, Gesang- oder Geräuschaufnahmen war jede Form der Mitwirkung gegeben. Alle waren beteiligt. Jeder bezog sich mit seinen Vorstellungen auf die der Anderen. Unter professioneller Anleitung von Matthias Schreiber, Chief Musik Designers entstand unsere ganz eigene Komposition. Matthias Schreiber ist Musiker, Komponist und Songwriter aus Leidenschaft. Mit seiner Erfahrung aus großen Veränderungsprojekten der Versicherungsbranche verbindet er auf wundervolle Weise Unternehmenswelt und musikalische Gestaltung. Das entstehende Werk konnte ständig im Fortgang angehört und verändert werden. Am Ende nahm jeder von uns das gemeinsam geschaffene Musikstück mit nach Hause.

Wir erlebten auf einer musikalisch-spielerischen Weise unsere Zusammenarbeit auf unbekanntem Terrain. Wir brachten funktionierende Stimmungen in Einklang und vertonten einen gewollten Zustand. Wir machten transparent, was in unserer Unternehmensentwicklung bei jedem anklingt und erlebten den gemeinsamen Rhythmus darin. Wir entdeckten, welche bis dato nie angesprochenen Empfindungen für die Zusammenarbeit eine Rolle spielen und brachten diese in einen gemeinschaftlichen kreativen Prozess ein. Wir lernten ein Stück mehr, unsere Aufmerksamkeit auf eine gute Balance zwischen Inhalt und Beziehung zu richten, um eine gemeinsam geteilte Kreativität zu nutzen. Wir erfuhren gegenseitige Wertschätzung als Erfolgsfaktor für die gemeinsame Komposition. Das stärkte den Zusammenhalt und ein positives Wir-Gefühl. Wir gewannen Einblicke, wie unsere Zusammenarbeit bei neuartigen Aufgabenstellungen erfolgreich ist. Und das war mit Spaß und Freude verbunden.

Symbolische Handlungen des Managements können einen Startpunkt für Kulturentwicklung markieren. Um Unternehmenskultur zu entwickeln, setzten wir auf passend initiierte, gemeinsame Erlebnisse und auf angeleitete Reflexionsmöglichkeiten in Bezug auf die konkreten Aufgabenstellungen Vorort. Wenn Sie auf der Suche nach einem Highlight für Ihren nächsten Team- oder Abteilungs-Workshop sind, sprechen Sie mich gerne an. Gerne entwickle ich mit Ihnen, eine für Ihr Team, Ihre Abteilung oder Ihr Unternehmen passende Vorgehensweise.

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